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Bestätigt: Reste einer russischen Bombe vom Schauplatz des Angriffes auf den Hilfskonvoi des syrischen Roten Halbmonds geborgen

September 22, 2016

By Eliot Higgins

Gestern veröffentlichte Bellingcat seinen Bericht über die Bombardierung des Hilfskonvois des syrischen Roten Halbmonds am 19. September. Der Bericht untersuchte mehrere Aspekte des Angriffs anhand frei verfügbarer Informationen (Open Source), darunter auch ein Vergleich eines Trümmerstücks, bei dem es sich anscheinend um die Hecksektion einer OFAB 250-270 Bombe handelt. Dies wurde zuerst von Conflict Intelligence Team berichtet:

Conflict Intelligence Team comparison of debris found in crater shown in Fig 13 and an OFAB 250-270. Source

Vergleich des Conflict Intelligence Team eines in einem Krater entdeckten Trümmerstücks mit einer OFAB 250-270

Seitdem der Artikel veröffentlichte wurde, war das Bellingcat Team in Kontakt mit der syrischen Zivilverteidigungseinheit, die am nächsten dem Schauplatz des Angriffes war und welche zwei Objekte fotografiert und geborgen hatte, einschließlich des oben gezeigten Trümmerstücks.

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Zusätzlich wurde ein Bild von der Örtlichkeit, wo das Trümmerstück lag, veröffentlicht, welches den vermutlichen Eintrittspunkt der Munition zeigt.

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Basierend auf diesen Informationen ist es möglich, das gefundene Munitionstrümmerstück exakt als Hecksektion einer OFAB 250-270 Splitter-Spreng-Bombe zu identifizieren.

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Bei der Bombe von Typ OFAB 250-270 handelt es sich um eine ungelenkte Freifallbombe, deren bisherige extensive Nutzung durch die syrische und die russische Luftwaffe bei ihren Bombenangriffen in Syrien belegt ist. Diese Bomben stammen aus den Waffenfabriken der UdSSR und der Russischen Föderation und werden weder von den über Syrien eingesetzten Flugzeugen der NATO, noch von Predator-Dronen genutzt.

Die Bestimmung der Bombe geht eindeutig aus der obigen Gegenüberstellung hervor, die noch offene Frage ist, ob es sich um ein russisches oder ein syrisches Flugzeug gehandelt hat, welches die Bombe auf den Hilfskonvoi des syrischen Roten Halbmonds abgeworfen hatte.

Eliot Higgins

Eliot Higgins is the founder of Bellingcat and the Brown Moses Blog. Eliot focuses on the weapons used in the conflict in Syria, and open source investigation tools and techniques.

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26 Comments

    • jayC

      die vergleichs-fotos am flugzeug – su24/5 tragen mehrere solcher bomben, ist ja unwahrscheinlich, dass die nur einen blindgänger abgeworfen haben oder?
      100 kg sprengstoff hinterlässt gravierende schäden, 10kg sprengstoff-gefüllte artillerie-granate kann den leo2 umwerfen, falls es weniger als 10m im boden aufschlägt.
      und hier sind die LKWs in reih und glied…. es müsste zumindest eine weitere 250kg-bombe irendwo aufgeschlagen haben.

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  1. Wlad

    Hey guys let´s be honest the syrian Air Force is using Russian Military Equipment. Yes it was a Russian Bomb but the Syrian Armed Forces are using Russian Equipment where is the Problem. I would be like when the Saudis are bombing in Yemen and the Houti Rebels would showing an American Bomb because the Saudis are using American Bombs. So I can´t understand that you try to blame the Russians for everything or what

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    • hans

      That is exactly what the article says. But it doesn’t fit to the russian version, which said there where no airplanes near the convoi.

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    • Timmi Allen

      Die Antwort gab der russische Aussenminister Sergei Lawrow persönlich, die syrische Luftwaffe sei zu nächtlichen Operationen gar nicht in der Lage. Damit bleibt nur Russlands Luftwaffe übrig.

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  2. StefanG

    Die Russen monieren an dem Bild in der Lagerhalle, in der das Flügelteil der OFAB-250 gefunden wurde, dass es nicht real sein könne, da keine Zerstörungen durch die Explosion der Bombe zu sehen sind. Und wenn es denn ein Blindgänger gewesen sein soll, wo dann der Rest der Bombe geblieben sei.
    Eine berechtigte Frage wie ich finde.

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